Allgemein, Waldwissen

Buchempfehlung – Heilsames Waldbaden: Die japanische Therapie für innere Ruhe, erholsamen Schlaf und ein starkes Immunsystem

Waldbaden, ein neues Wort für altbekannte Weisheit

Der Wald tut uns gut, das fühlen wir nach jedem Waldspaziergang, beim Einatmen der kühleren Luft im Wald, beim Rasten auf der Bank am Wegesrand. Seit einiger Zeit füllt der Begriff “Waldbaden” Artikel in Zeitschriften, Bücher und nicht zuletzt die Google Ergebnis-Liste und gibt diesem Wohlgefühl im Wald einen Namen und nicht zuletzt Erholungssuchenden auch einen Weg an die Hand, mit einfachen Mitteln zu Ruhe und gutem Schlaf zu finden.

Die Sehnsucht nach der grünen Oase, nach dem Durchatmen, nach unerschlossenem Lebensraum ist nicht neu (siehe Gedicht von Erich Kästner) und doch ist es vielleicht gerade jetzt an der Zeit “dem Kind einen Namen zu geben” und den Fokus ganz stark auf die Wunder der Natur zu lenken.

Die Leseempfehlung zum Thema stammt aus Japan und vereinigt gesammeltes Wissen aus den letzten 30 Jahren zum Shinrin Yoku, dem Waldbaden in Japan:

Den Wald als Ort der Heilung entdecken

Shinrin Yoku oder “Waldbaden” wurde in den 1980er Jahren in Japan entwickelt. Beim achtsamen Spazieren im Wald nimmt der Körper die ätherischen Öle der Bäume auf. Dadurch wird der Stresslevel gesenkt, das Immunsystem gestärkt und selbst der Blutzuckerspiegel reguliert sich.

In diesem liebevoll gestalteten Buch vereint der weltweit führende Shinrin-Yoku-Experte Yoshifumi Miyazaki altes Wissen mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der Umweltmedizin und Waldtherapieforschung. Sie lernen zahlreiche praktische Anwendungen kennen, die Ihnen dabei helfen den Wald mit allen fünf Sinnen zu erfahren. Ob Atemübungen im Grünen, achtsame Spaziergänge oder Chillen in der Hängematte zwischen den Bäumen – der Wald erdet uns und hat zahlreiche positive Effekte auf unseren Körper und unsere Psyche. Das Buch gibt zudem Tipps, wie Sie die Erkenntnisse der Waldtherapieforschung auch in der Stadt und in den eigenen vier Wänden nutzen können. (randomhouse).

 

Die Wälder schweigen

Die Jahreszeiten wandern durch die Wälder.
Man sieht es nicht. Man liest es nur im Blatt.
Die Jahreszeiten strolchen durch die Felder.
Man zählt die Tage. Und man zählt die Gelder.
Man sehnt sich fort aus dem Geschrei der Stadt.

Das Dächermeer schlägt ziegelrote Wellen.
Die Luft ist dick und wie aus grauem Tuch.
Man träumt von Äckern und von Pferdeställen.
Man träumt von grünen Teichen und Forellen.
Und möchte in die Stille zu Besuch.

Man flieht aus den Büros und den Fabriken.
Wohin, ist gleich! Die Erde ist ja rund!
Dort, wo die Gräser wie Bekannte nicken
und wo Spinnen seidne Strümpfe stricken,
wird man gesund.

Die Seele wird vom Pflastertreten krumm.
Mit Bäumen kann man wie mit Brüdern reden
und tauscht bei ihnen seine Seele um.
Die Wälder schweigen. Doch sie sind nicht stumm.
Und wer auch kommen mag, sie trösten jeden.

Erich Kaestner  (1899-1974)